Was ist das KGV?
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist eine der meistgenutzten Kennzahlen in der Aktienanalyse. Es setzt den aktuellen Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn pro Aktie (EPS). Ein KGV von 15 bedeutet, dass Anleger das 15-fache des Jahresgewinns für eine Aktie bezahlen. Zum Vergleich: Das historische Durchschnitts-KGV des S&P 500 liegt bei etwa 16,8 (Shiller-Daten, 1871–2024).
Die Formel lautet: KGV = Aktienkurs ÷ Gewinn pro Aktie. Je niedriger das KGV, desto günstiger erscheint die Aktie auf den ersten Blick – allerdings ist diese Betrachtung allein laut Bewertungsexperten wie Aswath Damodaran nicht ausreichend für eine fundierte Investmententscheidung.
KGV im Branchenvergleich
Das KGV ist nur im Kontext der jeweiligen Branche aussagekräftig. Technologie-Aktien haben typischerweise KGVs zwischen 25 und 40, weil der Markt hohes zukünftiges Wachstum erwartet. Versorger oder Basiskonsumgüter-Unternehmen handeln dagegen oft mit KGVs zwischen 12 und 18.
Ein KGV von 30 bei einem Software-Unternehmen kann daher günstiger sein als ein KGV von 20 bei einem Versorger – entscheidend ist der Vergleich mit Branchenkollegen. Nutzen Sie unsere Sektorseiten, um Aktien innerhalb derselben Branche zu vergleichen.
Forward-KGV und seine Bedeutung
Das Forward-KGV basiert auf den erwarteten Gewinnen der nächsten 12 Monate statt auf historischen Daten. Es ist besonders nützlich bei Unternehmen, deren Gewinne sich stark verändern – zum Beispiel nach einer Restrukturierung oder bei schnell wachsenden Firmen.
Analysten-Schätzungen können jedoch ungenau sein. Vergleichen Sie das Forward-KGV daher immer mit dem historischen KGV und prüfen Sie, wie oft Analysten ihre Prognosen in der Vergangenheit korrigieren mussten.
Häufige Fehler bei der KGV-Interpretation
Der häufigste Fehler ist der branchenfremde Vergleich: Ein Technologieunternehmen mit einem Industriekonzern zu vergleichen führt zu falschen Schlüssen. Ebenso problematisch ist die Betrachtung einzelner Quartalszahlen, die durch Einmaleffekte verzerrt sein können.
Negative KGVs (bei Verlusten) sind nicht interpretierbar und sollten nicht als Kaufsignal missverstanden werden. Auch ein extrem niedriges KGV unter 5 kann auf strukturelle Probleme im Unternehmen hindeuten, statt ein Schnäppchen zu signalisieren.
„Price is what you pay. Value is what you get.“ — Warren Buffett, Berkshire Hathaway Shareholder Letter 2008
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet ein KGV von 10?
Warum haben Tech-Aktien ein hohes KGV?
Ist ein niedriges KGV immer besser?
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Quellen & Literatur
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