Der DAX 40 erklärt

Der deutsche Leitindex im Detail – Zusammensetzung, Berechnung und Bedeutung für Anleger.

Was ist der DAX 40?

Der DAX (Deutscher Aktienindex) ist der wichtigste Aktienindex Deutschlands und umfasst die 40 größten börsennotierten Unternehmen nach Marktkapitalisierung und Börsenumsatz. Er wurde 1988 mit einem Basiswert von 1.000 Punkten eingeführt und im September 2021 von 30 auf 40 Mitglieder erweitert. Die Gesamtmarktkapitalisierung der DAX-40-Mitglieder beträgt über 1,8 Billionen Euro (Stand 2024, Deutsche Börse).

Der DAX ist ein Performance-Index, das heißt Dividenden werden in die Berechnung einbezogen. Das unterscheidet ihn von vielen internationalen Indizes wie dem Dow Jones oder S&P 500, die als Kursindizes keine Dividenden berücksichtigen. Laut Deutsche-Börse-Statistik ergibt sich durch die Dividendeninklusion ein jährlicher Renditevorteil von durchschnittlich 2–3 Prozentpunkten gegenüber dem DAX-Kursindex.

Wie wird der DAX berechnet?

Der DAX ist ein nach Marktkapitalisierung gewichteter Index. Unternehmen mit höherer Marktkapitalisierung haben einen größeren Einfluss auf den Indexstand. Es zählt nur der Streubesitz (Free Float), also der Anteil der Aktien, der frei am Markt gehandelt wird.

Die Berechnung erfolgt sekundägenau während der Börsenhandelszeiten. Es gibt zudem eine Kappungsgrenze: Kein einzelnes Unternehmen darf mehr als 10 % des Gesamtindex ausmachen. Dadurch wird eine zu starke Abhängigkeit von einzelnen Schwergewichten vermieden.

Aufnahmekriterien und Zusammensetzung

Um in den DAX aufgenommen zu werden, muss ein Unternehmen im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet sein, seinen Sitz oder operativen Schwerpunkt in Deutschland haben und ausreichende Liquidität aufweisen.

Die Zusammensetzung wird regelmäßig überprüft. Unternehmen, die die Kriterien nicht mehr erfüllen, können in den MDAX absteigen. Umgekehrt können wachsende MDAX-Unternehmen in den DAX aufsteigen. Bekannte DAX-Mitglieder sind unter anderem SAP, Siemens, Allianz und BMW.

DAX im Vergleich zu anderen Indizes

Im internationalen Vergleich ist der DAX stark industrielastig. Während im S&P 500 Technologie-Unternehmen dominieren, prägen Automobilhersteller, Chemiekonzerne und Versicherer den DAX. Das führt zu einem unterschiedlichen Risiko-Rendite-Profil.

Der MDAX enthält die nächstgrößeren 50 Unternehmen unterhalb des DAX und wird oft als dynamischere Alternative betrachtet. Für eine breite Deutschland-Abdeckung kombinieren einige Anleger DAX- und MDAX-Investments.

„An index fund is a fund that simply aims to equal the market return and does so at rock-bottom costs.“ — John C. Bogle, Gründer von Vanguard, Common Sense on Mutual Funds

Häufig gestellte Fragen

Warum hat der DAX 40 statt 30 Mitglieder?
Die Erweiterung im September 2021 sollte den Index repräsentativer machen und die deutsche Wirtschaft besser abbilden. Mit 40 Mitgliedern ist der DAX breiter diversifiziert und weniger abhängig von einzelnen Schwergewichten.
Was passiert, wenn eine Aktie aus dem DAX fällt?
Die Aktie wird in den MDAX herabgestuft. Für Anleger, die die Aktie direkt halten, ändert sich nichts. ETFs, die den DAX nachbilden, verkaufen die Aktie automatisch und kaufen den Aufsteiger. Das kann kurzfristig zu Kurseffekten führen.
Kann man den ganzen DAX kaufen?
Ja, über einen DAX-ETF investieren Sie in alle 40 DAX-Mitglieder gleichzeitig. Die jährlichen Kosten liegen bei den günstigsten Anbietern unter 0,1 %. Alternativ gibt es auch DAX-Zertifikate, die jedoch ein Emittentenrisiko tragen.

Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich zu Bildungszwecken und stellen keine Anlageberatung oder Handelsempfehlung dar.

Quellen & Literatur

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