Was ist ein Entnahmeplan?
Ein Entnahmeplan legt fest, wie Sie Ihr angespartes Vermögen im Ruhestand systematisch entnehmen, ohne es vorzeitig aufzubrauchen. Während in der Ansparphase der Fokus auf dem Vermögensaufbau liegt, geht es in der Entsparphase darum, das Kapital möglichst lange zu erhalten und gleichzeitig einen zuverlässigen Einkommensstrom zu generieren. Laut dem Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA) unterschätzen viele Rentner die Dauer ihres Ruhestands – wer mit 65 in Rente geht, hat statistisch noch über 20 Jahre Lebenserwartung.
Der richtige Entnahmeplan berücksichtigt mehrere Faktoren: die Höhe des Gesamtvermögens, die erwartete Lebensdauer, die Inflation, die Portfoliostruktur und eventuelle weitere Einkommensquellen wie gesetzliche Rente oder Mieteinnahmen. Mit dem Entnahmeplan-Rechner von Aktien mit KI können Sie verschiedene Szenarien durchspielen und die optimale monatliche Entnahmerate für Ihre Situation ermitteln.
Die 4-Prozent-Regel
Die 4-Prozent-Regel basiert auf der berühmten Trinity Study (1998) von Cooley, Hubbard und Walz. Sie besagt, dass ein Rentner jährlich 4 % seines anfänglichen Portfoliowerts entnehmen kann, ohne dass das Vermögen innerhalb von 30 Jahren aufgebraucht wird – vorausgesetzt, das Portfolio besteht zu mindestens 50 % aus Aktien. Konkret bedeutet das: Bei einem Vermögen von 500.000 € können Sie im ersten Jahr 20.000 € entnehmen und diesen Betrag jährlich um die Inflationsrate erhöhen.
Die 4-Prozent-Regel ist ein nützlicher Richtwert, hat aber Grenzen. Sie basiert auf historischen US-Marktdaten und berücksichtigt nicht die aktuellen Niedrigzinsphasen oder längere Ruhestände. William Bengen, der die Regel 1994 erstmals vorstellte, empfahl später eine flexiblere Spanne von 4,0 bis 4,5 %. Neuere Studien legen nahe, dass eine anfängliche Rate von 3,3 bis 3,5 % konservativer und für internationale Portfolios sicherer sein könnte.
Entnahmestrategie entwickeln
Eine gute Entnahmestrategie berücksichtigt verschiedene Lebensphasen im Ruhestand. In den ersten Jahren (65–75) sind die Ausgaben oft höher durch Reisen und Aktivitäten. Im mittleren Abschnitt (75–85) sinken die Ausgaben typischerweise, bevor sie durch mögliche Pflegekosten später wieder steigen können. Eine dynamische Entnahmerate, die sich an die Marktlage anpasst, kann die Lebensdauer des Portfolios deutlich verlängern.
Der sogenannte Bucket-Ansatz teilt das Vermögen in drei Töpfe: Kurzfristig (1–3 Jahre Lebenshaltungskosten in Tagesgeld oder Anleihen), mittelfristig (3–10 Jahre in konservativen Mischfonds) und langfristig (Aktien für weiteres Wachstum). Diese Struktur schützt vor dem Sequence-of-Returns-Risiko – dem Risiko, in den ersten Ruhestandsjahren auf einen Crash zu stoßen und gezwungen zu sein, Aktien zu Tiefstpreisen zu verkaufen.
Risiken im Ruhestand managen
Das größte Risiko im Ruhestand ist das Langlebigkeitsrisiko – die Gefahr, das Vermögen zu überleben. Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 83 Jahren für Männer und 86 Jahren für Frauen in Deutschland (Destatis 2024) sollte ein Entnahmeplan mindestens 25 bis 30 Jahre abdecken. Planen Sie konservativ und rechnen Sie lieber mit 35 Jahren.
Die Inflation ist ein weiterer stiller Risikofaktor. Bei einer durchschnittlichen Inflation von 2 % pro Jahr halbiert sich die Kaufkraft in etwa 35 Jahren. Ihr Entnahmeplan muss daher inflationsindexierte Erhöhungen vorsehen. Halten Sie zudem einen Puffer für unerwartete Ausgaben wie Gesundheitskosten oder Reparaturen bereit. Der Rebalancing-Rechner von Aktien mit KI kann helfen, die Portfoliostruktur regelmäßig an die sich verändernden Bedürfnisse im Ruhestand anzupassen.
„Assuming a minimum requirement of 30 years of portfolio longevity, a first-year withdrawal of 4 percent, followed by inflation-adjusted withdrawals in subsequent years, should be safe.“ — William Bengen, Journal of Financial Planning (1994)
Häufig gestellte Fragen
Wie viel kann ich jährlich entnehmen?
Was ist die 4-Prozent-Regel?
Wie schütze ich mich vor Langlebigkeitsrisiko?
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Quellen & Literatur
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