Definition
Der Current Ratio, auch bekannt als Liquidität 3. Grades, ist ein Finanzkennzahl, die die kurzfristige Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens misst. Er wird durch die Division der kurzfristigen Verbindlichkeiten durch die kurzfristigen Vermögenswerte berechnet. Der Current Ratio gibt an, wie viele Mal die kurzfristigen Vermögenswerte die kurzfristigen Verbindlichkeiten decken können.
Interpretation & Bedeutung
Ein hoher Current Ratio (über 2) deutet auf eine gute kurzfristige Zahlungsfähigkeit und reduziert das Risiko von Zahlungsschwierigkeiten. Ein niedriger Current Ratio (unter 1) kann auf eine schlechte Zahlungsfähigkeit hinweisen und ein erhöhtes Risiko von Zahlungsschwierigkeiten darstellen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass ein hoher Current Ratio nicht unbedingt ein Zeichen für eine gesunde Finanzsituation ist.
📊 Rechenbeispiel
Ein Unternehmen hat ein Umsatz von 100.000 Euro, einen Bestand von 30.000 Euro und Verbindlichkeiten von 10.000 Euro. Der Current Ratio beträgt (30.000 / 10.000) = 3. Dies bedeutet, dass das Unternehmen seine kurzfristigen Verbindlichkeiten aus den Beständen decken kann.
✅ Was ist ein gutes Current Ratio?
Ein guter Current Ratio liegt zwischen 1,5 und 3. Ein Wert unter 1,5 kann auf eine schlechte Zahlungsfähigkeit hinweisen, während ein Wert über 3 auf eine übermäßige Bestandsbindung hinweisen kann.
⚠️ Häufige Fehler vermeiden
Ein häufiger Fehler bei der Interpretation des Current Ratio ist, dass man ihn als alleinige Finanzkennzahl betrachtet. Es ist jedoch wichtig, ihn im Zusammenhang mit anderen Finanzkennzahlen wie dem Liquidity Ratio und dem Debt-to-Equity-Ratio zu betrachten.
„Der intelligente Investor ist ein Realist, der an Optimisten verkauft und von Pessimisten kauft.“ Benjamin Graham, The Intelligent Investor (1949)
Quellen & Literatur
- BaFin — Unternehmensrechnung und Finanzberichterstattung
- Deutsche Bundesbank — Finanzmarktbericht
- Investopedia — Current Ratio
- Benjamin Graham — The Intelligent Investor